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Russlands hybrider Krieg gegen Europa

Was eine neue sozialdemokratische Ostpolitik keinesfalls verkennen darf
 

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Wenn ich mir etwas wünschen dürfte hieß der Titel eines von Joachim Helfer, Marco Meyer und Klaus Wettig herausgegebenen Bandes, in dem 34 Intellektuelle ihre Wünsche zur Bundestagswahl 2017 äußern durften, in der sich ein Sozialdemokrat namens Schulz (!) Hoffnung machte, Regierungschef zu werden. In den USA hatte Donald Trump seine erste Amtszeit, und in der Ukraine führte Russland Krieg, wenn auch damals noch klandestin unter dem Deckmantel eines vermeintlichen „Bürgerkriegs“, in dem Russland gar nicht Kriegspartei, sondern gar Vermittler sei – ein Deckmantel, den auch kaum jemand im Westen ernstlich lüften wollte, bis zum Februar 2022.

Februar 2022 ist das Stichwort: Der Kanzler hieß dann zwar Scholz; die damals an die SPD herangetragenen Warnungen wären aber auch ihm und vielen außer ihm anzuempfehlen gewesen.

Russlands hybrider Krieg gegen Europa.

Was eine neue sozialdemokratische Ostpolitik keinesfalls verkennen darf

In: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte. Intellektuelle zur Bundestagswahl 2017, hrsg. von Joachim Helfer, Marco Meyer, Klaus Wettig, Göttingen: Steidl, S. 298–307.​​

„Die Bundestagswahl im September [2017] fällt in eine Phase des Umbruchs. Jahrzehntealte Gewissheiten werden in Frage gestellt. Die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen stellt die europäische Gemeinschaft auf den Prüfstand; ebenso das Austrittsgesuch der Briten. Die Abkehr und Abschottung der USA unter Präsident Trump verändern die Weltordnung. Deutschland und Europa stehen vor wachsenden Herausforderungen. Die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichte in Europa haben sich seit der Finanzkrise verschärft. Russland verhält sich aggressiv, die Türkei gleitet in die Diktatur ab, die Konflikte im Nahen Osten bleiben ungelöst. Populisten und Nationalisten stellen das Modell der offenen westlichen Gesellschaft in Frage. Gute Zeiten für Schwarzseher: Vielleicht gab es seit dem Krieg nie mehr Anlass für Befürchtungen, als gerade heute.

Die Autorinnen und Autoren dieser Anthologie zur Bundestagswahl, Künstlerinnen und Intellektuelle verschiedener Disziplinen, sehen die Gefahren, aber sie glauben nicht an den Sieg der Vergangenheit über die Zukunft. Ihr Blick ist nach vorn gerichtet: Was können, was dürfen, was sollen wir von einem möglichen Machtwechsel in Berlin erhoffen? Wenn es zu einem Machtwechsel in Berlin kommt: Was können, was dürfen, was sollen wir uns erhoffen? Was würden wir uns wünschen?​“

Zit nach: Steidl Verlag

Steidl Verlag, 16 EUR

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